Maibaum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach unserer Väter Sitte,
steh ich in des Dorfes Mitte,
zur Ehr der holden Weiblichkeit,
zum Zeichen unsrer Einigkeit,
zu stärken unser Freundschaftsband,
als Schmuck für unser Bayernland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Spruch ist auf einer Blechtafel an unserem Maibaum in der Salzstraße zu lesen. Und tatsächlich hat das Aufstellen des Schmuckstückes in Unterpfaffenhofen mindestens seit 1949 Tradition. In den ersten Jahren wurde von der Dorfgemeinschaft ein ungeschälter Baum mit Holztafel aufgestellt. Der Unternehmer Hans Mannhardt stiftete 1955 Metallfiguren, Kränze und den Gockl. Seitdem wird ein geschälter und bemalter Baum in Unterpfaffenhofen im Rhythmus von zwei Jahren aufgestellt.

Seit 1981 wird der Baum von den Burschen hergerichtet, bewacht und zusammen mit kräftigen Mannsbildern aus dem Ort aufgestellt. Das Kommando "Ho auf" wurde dabei lange Jahre von Ignaz Schöttl gegeben.

 

Da die alten Figuren langsam unansehnlich wurden entschied man sich zum Kauf der neuer größerer Motivtafeln die seit 1996 den Baum schmücken. Der Kunstmaler    aus Oberaudorf hat diese gestaltet.
Bei der Auswahl der zwölf Motive wollte man nicht nur auf Tradition achten, sondern auch das lebendige Leben im Ort darstellen.

So zieren neben den Handwerkern auch die Feuerwehr und die Blaskappe den Baum. Auch unsere Dorfkirche St. Jakob und der Kramerwirt sind wiederzufinden.
Ganz oben sind Bursch und Madl ein unzertrennliches Paar.
In ca. 35 m Höhe thront der immer noch der selbe Gockel über dem Ort. Er wurde 1996 restauriert.

Die großen Schmucktafeln sind nicht nur schöner anzusehen sonder bieten leider auch dem Sturmwind eine größere Angriffsfläche. Dies wurde dem Baum 1999 beim Orkan Lothar zum Verhängnis. Er wurde umgerissen. Ein verbreitere Halterung ermöglicht es seitdem dickere und stabiler Bäume aufzustellen. Der Umbau war mit erheblichen Kosten verbunden und konnte nur Dank privater Spenden verwirklicht werden. Einen Zuschuss der Stadt Germering für das traditionelle Schmuckstück im Ortsbild gab es leider nicht.





 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Maibaumaufstellen findet üblicherweise alle zwei Jahre statt. Dieses Fest wird von tausenden von Besuchern gerne miterlebt.
Aufgestellt wird der Baum, obwohl er jetzt stärker und schwerer ist, immer noch von Muskelkraft. Ein Autokran wird jedoch zu Absicherung genutzt.
Seit dem Jahr 2000 bringt Bernhard Fischer die Mannsbilder zum richtigen oschiabn.

Natürlich brauchts erst mal einen schönen Baum. Dieser wird meist von einem ortsansässigen Bauern gestiftet. Bereits im Winter wird die Fichte gefällt und gescheppst, also von der Rinde befreit. Anfang April wird der Baum in die Ortschaft gebracht. Ab dann gilt es ihn rund um die Uhr zu bewachen. Mit gemütlichem Bauwagen und Lagerfeuer wird aus der Maibaumwache fast täglich ein kleines Festl. Bisher ist es noch keinem Dieb gelungen unser Prachtstück zu entwenden.
Damit der Baum in den bayrischen Farben erstrahlen kann ist einiges an Arbeit gefragt. Zuerst wird der Baum gehobelt und abgeschliffen. Dann wird er weiß gestrichen. Mit einer Schnur wird die Form des Bandes und der Rauten angerissen und dann die blaue Farbe aufgetragen.